Geboren aus Leid, getragen von Hoffnung

Die Gründung Israels: Ein Traum wird Wirklichkeit
Jom Ha’atzma’ut, der israelische Unabhängigkeitstag, ist einer der Tag, der die Gründung des Staates Israel im Jahr 1948 feiert. Jom Ha’atzma’ut ist nicht nur ein Fest der Selbstbestimmung und des nationalen Zusammenhalts für das jüdische Volk, sondern auch ein Symbol für die lange Geschichte des Kampfes um eine sichere Heimat nach den schlimmen Ereignissen des Zweiten Weltkriegs und des Holocausts. Die Gründung Israels war eine Antwort auf das unermessliche Leid, das Juden in Europa und anderswo erlitten hatten, sowie auf die unzähligen Flüchtlinge, die durch die Schrecken des Krieges ihre Heimat verloren hatten. Die UNO rief im Jahr 1948 den Staat Israel aus, um den Wunsch nach einer  jüdischen Heimstätte, einem Zufluchtsort für Juden zu erfüllen. Doch dieser Schritt wurde von den Nachbarländern sofort mit Angriffen beantwortet, was den jungen Staat in einen Konflikt stürzte, der bis heute andauert.

Man muss Jom Ha’atzma’ut mit den tiefen Erinnerungen an den Holocaust (Jom HaShoa) verbinden. Der Holocaust ist ein dunkles Kapitel in der Geschichte der Menschheit, in dem sechs Millionen Menschen allein aufgrund ihrer jüdischen Identität systematisch ermordet wurden. Diese Gräueltaten begannen mit Worten – mit Lügen, Hetze und Propaganda, die in der Gesellschaft verbreitet wurden und letztlich in Gewalt und Völkermord mündeten. Das Gedenken an die Opfer des Holocaust ist eine Mahnung, wie gefährlich es ist, wenn Worte zu Hass und Vorurteilen führen, und wie wichtig es ist, wachsam gegen Antisemitismus und Diskriminierung zu sein.

Die zerbrechliche Heimat: Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit
Der diesjährige israelische Unabhängigkeitstag erinnert uns daran, wie schwer es ist, in einer Welt zu leben, in der das jüdische Volk nach Jahrhunderten der Verfolgung endlich eine eigene Heimat gefunden hat. Gleichzeitig zeigt uns das Gedenken an den Holocaust, wie zerbrechlich dieses Glück ist und wie wichtig es ist, die Lehren der Vergangenheit zu bewahren. Es ist unsere Verpflichtung, aktiv gegen Hass, Gewalt und Intoleranz vorzugehen, damit sich solche Tragödien nicht wiederholen.

Die verschiedenen Gedenktage erinnern uns daran, wie wichtig es ist, die Kraft der Worte zu nutzen, um Verständnis, Mitgefühl und Toleranz zu fördern. Bücher und Bildung sind Werkzeuge, die uns helfen können, die Geschichten der Opfer zu hören und Empathie zu entwickeln. Sie sind ein Mittel, um die Lehren der Vergangenheit lebendig zu halten und für eine gerechtere und friedlichere Zukunft einzutreten.

Zwei Seiten einer Medaille: Gedenken und Feiern
In einer Zeit, in der wir erneut Zeugen von Gewalt, Terror und Diskriminierung werden, ist es unerlässlich, die Stimmen der Opfer zu hören und ihre Geschichten zu bewahren. Das Gedenken an den Holocaust, an die Gefallenen und die Feier des israelischen Staates sind keine Widersprüche, sondern verschiedene Seiten derselben Medaille: Sie erinnern uns daran, wie wichtig es ist, für Frieden, Menschlichkeit und Gerechtigkeit einzutreten. Noch immer befinden sich 59 unschuldige Geiseln in den Händen der Hamas. Ihr Verbrechen war es, sich sicher und frei in Israel zu fühlen.

Darüber hinaus ist der Jom HaSikaron, der Gedenktag für alle gefallenen Soldaten und Opfer von Terror in Israel, ein weiterer wichtiger Tag im Kalender. An diesem Tag ehren wir die Menschen, die ihr Leben im Dienst für den Schutz Israels und seiner Bürger gegeben haben. Es ist ein Tag des stillen Gedenkens und der Dankbarkeit, der uns daran erinnert, wie hoch der Preis für Sicherheit und Freiheit ist.

Es ist zutiefst bedauerlich, dass Judenverfolgung damals und heute wieder neu entflammt, weil sie von manchen Regierungen geduldet oder sogar aktiv unterstützt wird. In der Vergangenheit wurden Juden oft Opfer von Hass, Diskriminierung und Gewalt, weil sie einfach nur Menschen waren, die ihre eigenen Bedürfnisse, Träume und Hoffnungen hatten – genau wie alle anderen Menschen auch. Sie wollten in Frieden leben, ihre Familien versorgen und ein erfülltes Leben führen. Leider wurden sie durch politische Entscheidungen, Hetze und Vorurteile immer wieder in die Ecke gedrängt und verfolgt.

Alltag in Israel: Menschen wie du und ich
Heute leben die Menschen in Israel ganz normal. Sie gehen ihrem Alltag nach, arbeiten, lernen, feiern Feste, verheiraten Kinder, beginnen Studien, besuchen kulturelle oder religiöse Veranstaltungen, genießen das Leben und freuen sich über kleine Dinge des Alltages. Sie sind Menschen, die wie alle anderen das Bedürfnis nach Sicherheit, Liebe und Gemeinschaft haben. Es ist wichtig zu erkennen, dass die Bewohner Israels, genau wie überall sonst, einfache Bürger sind, die ihre Familien lieben, ihre Kinder großziehen und hoffen, in Frieden leben zu können.

Der wiederkehrende Antisemitismus zeigt uns, wie gefährlich es ist, Vorurteile und Hass zuzulassen. Es ist eine Mahnung, wachsam zu sein und gegen jede Form von Diskriminierung einzutreten. Denn egal, ob damals oder heute, es sind immer die Menschen, die leiden, wenn Hass und Intoleranz die Oberhand gewinnen. Dies verpflichtet uns die Geschichten der Opfer zu bewahren, die Lehren daraus zu ziehen und gemeinsam für eine Welt einzustehen, in der alle Menschen in Würde und Sicherheit leben können.

Wir müssen eine Welt schaffen, in der jeder Mensch unabhängig von seiner Herkunft in Sicherheit und Würde leben kann. Dies gelingt uns indem wir die Vergangenheit ehren und aus ihr lernen. So können wir eine bessere Zukunft gestalten – eine Zukunft, in der Hass und Gewalt keinen Platz haben. Vergessen wir nicht, dass die Menschen in Israel Menschen sind, die das Leben geniessen und ihren Träumen nachhängen – genau wie alle Menschen auf der ganzen Welt. Wir alle tragen Verantwortung, Hass zu bekämpfen und für Toleranz und Frieden einzutreten, damit dieses dunkle Kapitel der Geschichte sich nicht wiederholt.

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